Nach dem Beladen des Kofferraums gibt der Gegenverkehr plötzlich Lichthupe? Die Leuchtweitenregulierung passt die Höhe des Abblendlichts an die Beladung an, damit der Lichtkegel nicht in die Augen anderer Fahrer reicht. Bleibt das Licht zu hoch eingestellt, kann es gerade auf dunklen Herbststrecken gefährlich blenden, obwohl das Fernlicht ausgeschaltet ist.

Voller Kofferraum, höherer Lichtkegel

Schweres Gepäck im Heck kann das Fahrzeug hinten absenken und die Front anheben: Die Scheinwerfer leuchten dadurch weiter nach oben statt ausreichend auf die Fahrbahn. Bei Autos mit manueller Leuchtweitenregulierung muss der Fahrer das ausgleichen, meist über ein kleines Stellrad mit Scheinwerfersymbol neben dem Lenkrad; auch Mitfahrer auf der Rückbank können eine Anpassung nötig machen.

Welche Stellung zur jeweiligen Beladung passt, steht in der Betriebsanleitung; die Zahlen am Regler sind keine Helligkeitsstufen, sondern verändern die Neigung des Lichtkegels. Nach dem Ausladen gehört die Einstellung wieder zur aktuellen Beladung passend zurück, denn ein unnötig tief gerichtetes Abblendlicht verkürzt die Sicht auf Hindernisse und den Fahrbahnverlauf – gerade auf unbeleuchteten Straßen.

Automatik schützt nicht vor Fehlstellung

Bei vielen Fahrzeugen übernimmt eine automatische Leuchtweitenregulierung den Ausgleich, sodass kein manuelles Nachstellen vorgesehen ist; sie ist aber nicht dasselbe wie ein Fernlichtassistent, der zwischen Fern- und Abblendlicht wechselt. Auch die automatische Höhenregelung braucht eine korrekte Grundeinstellung und funktionierende Bauteile: Ein Fehler an Sensoren oder der Mechanik kann dazu führen, dass das Licht trotz Automatik falsch steht.

Eine Bewegung der Scheinwerfer beim Start beweist deshalb noch nicht, dass die Höhe während der Fahrt stimmt; ebenso wenig lässt sich allein aus der Lichttechnik auf die Ausstattung schließen. Ob das eigene Auto eine manuelle oder automatische Regelung hat, lässt sich in der Betriebsanleitung nachsehen – besonders nach einem Fahrzeugwechsel ist dieser kurze Blick sinnvoll.

Wann die Werkstatt prüfen sollte

Wiederholte Lichthupen auf ebener Strecke, ein auffällig hoch liegender Lichtkegel oder eine Warnmeldung zur Lichtanlage sind Gründe für eine Prüfung mit einem Scheinwerfereinstellgerät in der Werkstatt. Eine einzelne Lichthupe ist dagegen kein sicherer Beleg: Kuppen und Bodenwellen können kurzzeitig blenden, und eine Betrachtung an der Garagenwand ersetzt keine fachgerechte Messung; der rechts höher verlaufende Lichtanteil des Abblendlichts ist zudem grundsätzlich beabsichtigt.

Vor der nächsten Fahrt im Dunkeln deshalb Beladung und Reglerstellung abgleichen sowie die Scheinwerferabdeckungen von Herbstschmutz befreien, der Licht zusätzlich streuen kann. Bleibt der Verdacht auf eine falsche Höhe, sollte die Werkstatt Einstellung und Regelung prüfen, statt die Scheinwerfer auf eigene Faust an den Einstellschrauben herunterzudrehen.