Wer über Ostern durch die Schweiz fährt, kennt das Risiko: Auf der Autobahn läuft es zunächst flüssig, dann wächst vor einem Tunnel oder einer Verzweigung plötzlich eine lange Warteschlange. Genau diese Wechsel machen die Reiseplanung schwierig, denn aus einer normalen Etappe kann schnell ein halber Tag mit Stop-and-go werden.

Besonders wichtig ist das für Fahrer von Elektroautos. Nicht der Stau selbst ist das Hauptproblem, sondern die Kombination aus Wartezeit, schwankendem Verbrauch und belegten Schnellladern entlang der Route.

Wann es kritisch wird

An Feiertagswochenenden entstehen die grössten Verzögerungen meist nicht gleichmässig über den ganzen Tag, sondern in Wellen. Wer erst startet, wenn alle anderen schon unterwegs sind, gerät eher in lange Rückstaus vor Engpässen und Tunnelzufahrten.

Vor Tunneln kommt hinzu, dass der Verkehr aus Sicherheitsgründen oft dosiert wird. Dadurch baut sich die Wartezeit schon vor dem Portal auf, obwohl die Strecke davor zunächst frei wirkt. Ein kleiner Unfall, nasse Fahrbahn oder dichter Ferienverkehr reichen dann, damit aus Minuten schnell deutlich mehr wird.

Deshalb lohnt es sich, nicht nur die reine Fahrzeit zu betrachten. Wichtiger ist ein realistischer Puffer für Pausen, zähen Verkehr und mögliche Umleitungen. Wer zeitlich zu knapp plant, fährt angespannter und trifft eher schlechte Entscheidungen.

Mit E-Auto planen

Bei Elektroautos entscheidet der Ladestand über die Flexibilität. Auf langen Autobahnfahrten sinkt die Reichweite oft stärker als im Alltag, vor allem bei hohem Tempo, Regen, Gegenwind, niedrigen Temperaturen oder zusätzlicher Beladung wie Fahrradträger und Dachbox.

Praktisch ist deshalb, den ersten Ladestopp eher früher als später zu setzen. Wer mit komfortabler Reserve vor einem bekannten Engpass nachlädt, spart oft Zeit gegenüber dem Versuch, mit fast leerem Akku noch bis zur nächsten Station zu kommen und dort dann in der Schlange zu stehen.

Auch die Kostenfrage spielt mit hinein: Eine kurze, gut getimte Zwischenladung kann günstiger sein als ein langer Ladestopp unter Zeitdruck an stark frequentierten Schnellladern. Gleichzeitig bleibt mehr Spielraum, falls eine Station belegt ist oder langsamer lädt als erwartet.

Für die Batterie gilt auf solchen Reisetagen ein einfacher Grundsatz: möglichst kurz vor der Abfahrt laden und den Wagen nicht unnötig lange mit randvollem Akku stehen lassen. Das ist alltagstauglich und schont den Akku eher, als ihn viele Stunden vor Reisebeginn komplett vollzuladen.

Vor dem Tunnel richtig reagieren

Wenn sich der Verkehr verdichtet, ist hektisches Spurwechseln selten ein Vorteil. Konstanter Abstand, frühes Beobachten der Signalisation und ruhiges Fahren bringen meist mehr als der Versuch, auf den letzten Metern noch ein paar Fahrzeuglängen zu gewinnen.

Bei längeren Wartezeiten sollte genug Reserve an Bord sein: Energie, Trinkwasser, geladene Geräte und bei Bedarf warme Kleidung. Im Elektroauto ist ausserdem sinnvoll, starke Verbraucher bewusst zu nutzen. Komfort ist wichtig, aber maximale Heiz- oder Kühlleistung frisst im Stand unnötig Reichweite.

Alternativrouten helfen nur, wenn sie früh genug gewählt werden und nicht bereits ebenfalls überlastet sind. Wer erst direkt vor dem Stau abfährt, tauscht die Hauptkolonne oft nur gegen volle Nebenachsen und zusätzlichen Stress.