Späte Heimfahrt, fast leere Autobahn – und plötzlich leuchten «Tunnel gesperrt» und gelbe Umleitungstafeln auf. Genau solche Situationen häufen sich Anfang März, weil mehrere Tunnel im Nationalstrassennetz nachts für Unterhalt und Sanierung geschlossen werden. Nächtliche Tunnelsperrungen sind zeitlich begrenzte Schliessungen von Röhren für Wartungsarbeiten, Kontrollen und Modernisierungen. Sie dienen dazu, Technik, Belag und Sicherheitseinrichtungen instand zu halten, ohne den Tagesverkehr komplett lahmzulegen.
Ein Schwerpunkt ist der Kerenzerbergtunnel auf der A3: Dort startet ab März 2026 eine umfangreiche Sanierung, gleichzeitig ist die Geschwindigkeit auf der Brücke über den Escherkanal bereits auf 60 km/h reduziert. Hinzu kommen die schon bisher üblichen Nachtsperren mit Verkehr über die Seestrecke im Gegenverkehr. Ähnliche Nachtarbeiten finden regelmässig auch in anderen Tunnelanlagen statt – wer viel auf Autobahnen unterwegs ist, wird die orange Signalisierung und Umleitungstafeln in den nächsten Wochen häufiger sehen.
Was jetzt wichtig ist
Die nächtlichen Sperrungen betreffen in der Regel Werktage und beginnen meist spätabends, damit der Pendelverkehr möglichst wenig gestört wird. Für Autofahrende bedeutet das: Gerade nach dem Feierabend oder bei Nachtfahrten durch die Schweiz lohnt sich ein kurzer Blick in den Verkehrsfunk oder ins Navigationssystem, bevor man losfährt.
Wesentlich ist, die Signale ernst zu nehmen. Rote Kreuze über Fahrstreifen, mobile Ampeln, Tempo-60-Zonen und Hinweise auf Gegenverkehr zeigen, dass die Sicherheitsreserven im Tunnelbereich kleiner sind als sonst. Wer hier trotzdem versucht, zu überholen, spontan zu wenden oder eine gesperrte Röhre «schnell noch zu nehmen», riskiert nicht nur gefährliche Situationen, sondern auch empfindliche Bussen und je nach Vergehen den Führerausweis.
Umleitungen, Stau, Kosten
Beim Kerenzerbergtunnel wird der Verkehr bei Nachtsperren über die Seestrecke geleitet, oft im Gegenverkehr und mit reduzierten Geschwindigkeiten. Solche Provisorien sind eng, unübersichtlich und tolerieren keine Fahrfehler – schon ein Moment Unaufmerksamkeit kann zu heiklen Begegnungen mit dem Gegenverkehr führen.
Zusätzlich kann es sich stauen: Einspurige Abschnitte, Lastwagenkolonnen und unsichere Autofahrende, die abrupt bremsen, kosten Zeit und Nerven. Jede zusätzliche Brems- und Beschleunigungsphase erhöht den Verbrauch, gerade bei voll beladenen Fahrzeugen oder höheren Geschwindigkeiten vor und nach der Baustelle. Wer dann aus Ungeduld das Tempolimit ignoriert, zahlt doppelt: höherer Verbrauch und mögliche Busse, die schnell in den dreistelligen Bereich reicht – bei deutlicher Überschreitung auch mehr.
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Vor der Fahrt Verkehrsmeldungen und Tunnelsperrungen prüfen, besonders bei Nachtfahrten.
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Genug Zeitpuffer einplanen, damit Verzögerungen nicht sofort zu Stress und Tempoüberschreitungen führen.
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Tank oder Batterie vor längeren Nachtstrecken nicht auf Reserve fahren, falls die Umleitung länger dauert.
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Bei Fahrten mit Kindern oder Haustieren Pausen einplanen – Stau im Tunnelbereich kann belastend werden.
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Wer möchte, kann sich zusätzlich via Radio oder Smartphone über aktuelle Störungen informieren lassen.
Mehr Risiko bei Nacht
Nacht, Regen, ungewohnte Führung – in diesem Mix passieren Fehler schneller. 2025 wurden im Schweizer Autobahnnetz rund 150 Falschfahrer-Meldungen über Radio verbreitet. Etwa die Hälfte dieser Fälle entsteht laut Verkehrssicherheits-Experten, weil Ausfahrten mit Einfahrten verwechselt werden, der Rest geht häufig auf verbotene Wendemanöver an Aus- oder Einfahrten zurück.
Gerade bei provisorischen Verkehrsführungen mit veränderten Ein- und Ausfahrten steigt dieses Risiko. Der Touring Club Schweiz empfiehlt, den Verkehrsfunk eingeschaltet zu lassen und bei einer Falschfahrer-Meldung sofort auf die rechte Spur zu wechseln, nicht mehr zu überholen und möglichst weit rechts zu fahren. Sieht man tatsächlich ein Fahrzeug auf der falschen Seite, sollte man Abstand halten, nicht mit Lichtsignalen provozieren und so schnell wie möglich die Polizei informieren.
In Gegenverkehrsabschnitten und Baustellen gilt zusätzlich: Abstand vergrössern, Blick weit nach vorne richten, Blickkontakt mit Leitbaken und Markierungen halten und Überholverbote strikt respektieren. Wer sich unsicher fühlt, reduziert lieber etwas das Tempo – innerhalb der erlaubten Höchstgeschwindigkeit – statt hektisch zu reagieren.
Anfang März bedeutet nächtliches Autofahren in der Schweiz: mit Tunnelsperrungen rechnen, Umleitungen akzeptieren und Tempo-60-Zonen konsequent einhalten. Wer die Route kurz prüft, genügend Zeit einplant und die Signale beachtet, kommt entspannter ans Ziel – und reduziert das Risiko für Staufrust, Bussen und gefährliche Situationen im Tunnel deutlich.