Der Verbrauch steigt, obwohl Strecke und Fahrstil gleich geblieben sind? Schon etwas zu wenig Luft im Reifen oder eine verstellte Spur erhöht den Rollwiderstand spürbar und kostet auf Dauer unnötig Sprit. Der Reifendruck ist schlicht die Luftmenge im Reifen, die Spur die Ausrichtung der Räder zur Fahrtrichtung.
Woran man es merkt
Typische Hinweise kommen oft schleichend: Das Auto wirkt träger, das Lenkrad steht auf gerader Strecke leicht schief oder der Wagen zieht sanft zu einer Seite. Dazu kommen ungleichmäßig abgefahrene Reifenflanken, mehr Abrollgeräusch und ein schwammigeres Fahrgefühl. Wer viel auf Schnellstraßen unterwegs ist, merkt den Mehrverbrauch meist früher, weil falscher Druck und schiefer Lauf dort besonders ins Gewicht fallen.
Schnellkontrolle am Parkplatz
In fünf Minuten lassen sich die wichtigsten Verdächtigen eingrenzen. Sinnvoll ist der kurze Check einmal im Monat, vor längeren Fahrten und immer dann, wenn die Temperaturen deutlich wechseln.
- Reifendruck nur bei kalten Reifen prüfen und nach den Werten am Fahrzeug oder in der Betriebsanleitung einstellen, nicht nach der Zahl auf der Reifenflanke.
- Links und rechts auf die Lauffläche schauen: stärkerer Abrieb innen oder außen spricht oft für falschen Druck oder eine verstellte Geometrie.
- Auf einer ebenen, geraden Strecke kurz beobachten, ob das Lenkrad gerade steht und das Auto ohne Korrektur sauber läuft.
Luft nachfüllen ist in wenigen Minuten erledigt und meist günstig. Bleibt ein Reifen immer wieder zu weich, sollte auch ein schleichender Druckverlust durch Ventil oder Fremdkörper mitgedacht werden.
Wann Vermessen sinnvoll ist
Wenn der Geradeauslauf trotz korrektem Druck nicht passt, beginnt die Werkstattarbeit. Eine Achsvermessung (Messung von Spur und Radwinkeln) zeigt, ob ein Randsteinkontakt, ein Schlagloch oder verschlissene Fahrwerksteile die Stellung der Räder verändert haben. Die Prüfung dauert oft etwa eine Stunde; die Kosten liegen je nach Fahrzeug meist im zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Bereich.
Wichtig ist: Eine Einstellung bringt nur dann dauerhaft etwas, wenn Lager, Spurstangen oder Gelenke in Ordnung sind. Sind Teile ausgeschlagen, frisst das Auto weiter Reifen und Kraftstoff, selbst wenn die Spur zunächst wieder passt. Spätestens nach einem harten Stoß, bei schief stehendem Lenkrad oder sichtbar einseitigem Verschleiß sollte man nicht mehr auf DIY setzen.
Der schnellste Spareffekt kommt meist vom richtigen Druck, und der ist sofort umsetzbar. Zieht der Wagen danach noch immer oder laufen die Reifen schief ab, lohnt die Vermessung frühzeitig – sonst zahlt man an der Zapfsäule und beim nächsten Reifensatz doppelt.