35 Grad, Ferienverkehr, die Klima läuft auf Anschlag – und die Tanknadel wandert bedenklich schnell nach unten. Im Sommer 2026 schlagen hohe Spritpreise, Hitze und Staus gleich dreifach auf das Urlaubsbudget. Wer ein paar Gewohnheiten anpasst, kann den Verbrauch spürbar senken, ohne auf Sicherheit oder Komfort zu verzichten.
Viele wundern sich, warum der reale Verbrauch deutlich über den WLTP-Angaben liegt. WLTP (Worldwide Harmonised Light Vehicle Test Procedure) ist ein standardisierter Labortest, der typische Fahrprofile nur annähernd nachbildet und weder volle Dachbox noch Klimaanlage im Stau berücksichtigt.
Hitze, Klima, Technik
Die Klimaanlage ist im Sommer Sicherheitstechnik: Ein kühler Innenraum hält konzentriert und reduziert das Unfallrisiko. Gleichzeitig kann Vollpower-Kühlen den Verbrauch um etwa 0,3–0,8 l/100 km auf der Autobahn und im Stadtverkehr in Extremsituationen sogar um bis zu 1,5 l/100 km erhöhen.
Effizienter wird es mit moderaten Einstellungen: 22–24 Grad, automatische Klimaregelung und Umluftfunktion, bis der Innenraum heruntergekühlt ist. Vor Fahrtbeginn Türen und Fenster kurz öffnen und durchlüften, Sonnenschutz an Front- und Heckscheibe sowie Parken im Schatten senken die Hitzelast und entlasten die Klima deutlich.
Auch die Reifen spielen mit: Zu niedriger Luftdruck erhöht Rollwiderstand, Verbrauch und Bremsweg. Schon rund 0,3 bar zu wenig können 3–5 % mehr Sprit kosten; daher den Druck einmal im Monat bei kalten Reifen prüfen und sich an die Werte auf dem Aufkleber in Türrahmen oder Tankdeckel halten.
Regelmäßiger Service zahlt sich ebenfalls aus. Frisches Motoröl, saubere Luftfilter und korrekt eingestellte Zündung helfen, den Normverbrauch zu erreichen und reduzieren gleichzeitig das Pannenrisiko bei großer Hitze.
Clever fahren im Stau
Geschwindigkeit ist der größte Hebel. Viele Mittelklasse-Pkw brauchen bei 130 km/h gut 20–40 % mehr Sprit als bei 100 km/h. Wer die Reisegeschwindigkeit auf 110–120 km/h begrenzt, spart auf langen Strecken oft 0,5–1,0 l/100 km und verliert auf 300 Kilometern nur etwa 10–20 Minuten.
Vorausschauendes Fahren hilft zusätzlich: Große Abstände halten, rechtzeitig vom Gas gehen und das Auto rollen lassen, statt spät und hart zu bremsen. Tempomat oder adaptiver Tempomat (Fahrerassistenzsystem, das Geschwindigkeit und Abstand automatisch hält) unterstützen auf freier Strecke, solange man aufmerksam bleibt und notfalls eingreift.
Im Stop-and-go frisst permanentes Anfahren und Abbremsen viel Energie. Moderne Start-Stopp-Systeme (automatische Motorabschaltung im Stand) können den Leerlaufverbrauch deutlich senken; wer sie aus Komfortgründen oft deaktiviert, verschenkt Potenzial. Steht die Kolonne länger als etwa 30 Sekunden, lohnt es sich generell, den Motor abzustellen – auch aus Umwelt- und Lärmschutzgründen.
Hektik im Stau bringt dagegen nur Risiko. Aggressives Ausscheren, dichtes Auffahren und ständiges Spurwechseln sparen selten Zeit, erhöhen aber Unfallgefahr, Stresslevel und im Ernstfall auch Bußgelder und Versicherungsprämien.
Planung, Beladung, Kosten
Bevor es überhaupt losgeht, entscheidet die Planung über Verbrauch und Nerven. Wer Spielraum hat, legt lange Fahrten in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden: Außentemperaturen sind niedriger, die Klimaanlage muss weniger leisten und das Staurisiko sinkt. Mehrere Erledigungen in einer Tour zu bündeln reduziert kalte Kurzstrecken, bei denen Motor und Katalysator sehr ineffizient laufen.
Gewicht und Aerodynamik sind weitere Kostentreiber. Unnötiges Gepäck aus dem Kofferraum räumen, Getränkekisten und Werkzeug nicht wochenlang spazieren fahren – jedes Extra-Kilo erhöht den Verbrauch, besonders im Stadtverkehr. Eine Dachbox kann bei 120 km/h 10–25 % mehr Sprit kosten, leere Dachträger allein schlagen mit rund 0,3–0,5 l/100 km zu Buche.
Fahrradträger am Heck sind aerodynamisch günstiger; sie verursachen typischerweise etwa 5–8 % Mehrverbrauch, während Fahrräder auf dem Dach leicht 15–20 % bringen können. Die im Handbuch angegebene Dachlast von meist 50–75 kg (inklusive Träger und Box) darf dabei nicht überschritten werden – sonst drohen im Extremfall Schäden und Probleme mit Versicherung und Polizei.
Beim Tanken selbst lohnt ein Blick auf die Preisunterschiede. Raststationen an Autobahnen und Schnellstraßen liegen oft 10–20 Cent pro Liter über günstigeren Stationen im Umland. Wer rechtzeitig vor der Autobahn auffüllt und mit Restreichweite plant, spart bei einer Urlaubsfahrt schnell einen zweistelligen Eurobetrag.
Checklist
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Vor Abfahrt: Reifen kalt prüfen, unnötiges Gepäck ausladen, Dachträger nur montieren, wenn wirklich nötig.
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Unterwegs: Reisegeschwindigkeit leicht reduzieren, Abstand halten, Tempomat und Eco-Modus (verbrauchsoptimierte Motorsteuerung) nutzen.
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Klimaanlage: Innenraum vorlüften, 22–24 Grad einstellen, Lüfter nicht dauerhaft auf höchster Stufe betreiben.
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Im Stau: Motor bei längeren Standphasen ausschalten, Ruhe bewahren, genügend Getränke und Pausen einplanen.
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Tanken: Möglichst abseits von Autobahnen und Schnellstraßen tanken und Preise vor längeren Fahrten vergleichen.
Mit diesen Anpassungen lassen sich auch im heißen, stauanfälligen Sommer 2026 oft 10–20 % Sprit und damit spürbar Geld einsparen. Gleichzeitig steigt die Sicherheit, und die Fahrt in den Urlaub wird entspannter.